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Sonderseiten im Rahmen der WEA-Windpark-Diskussion Zeller Blauen - Neuenweg 
 
Windkraft-Industriezone & Wind-Kraftwerk im Spannungsfeld mit dem Denkmalschutz
 
Hinweis: Auf Grund der aktuell laufenden Diskussion um den archäologischen Bestand der großen Schanzanlage von Böllen und Neuenweg - gemeint ist hier die Holderschanze - habe ich mich nunmehr entschlossen, jene dem GVV Kleines Wiesental überlassenen Webseiten über die Anlagen auf dem Hau, dem Eck, dem Schänzle und dem Schlossboden noch so lange wieder ins Netz zu stellen, bis die Gemeinde diese dann selbst auf der eigenen Homepage präsentieren kann. Damit ist auch gesichert, dass die Öffentlichkeit sich ein eigenes Bild von der Gesamtheit aller Schanzanlagen machen kann. Und damit auch das räumliche wie logistische Zusammenspiel der multinationalen, multifunktionalen und multiepochalen Werke selbst erkennen, lernen und wertschätzen kann.
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2018 DigitalGlobe, Kartendaten © 2018 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  20187, Grafik © Werner Störk 2018     
 

Die Grafik zeigt die ursprüngliche westliche Schanzlinie (orange) und macht deutlich, dass diese als reine Linearschanze weder eine  Musketen-Bestreichung*) des Angreifers (grün) noch den eigenen Flankenschutz der Linie gewährleisten konnte. Erst die zusätzlichen Fortifikationselemente (gelb) sowie eine auf der Westflanke vorgeschobene erste Verteidigungslinie (weiß) ließ eine effektive Musketenbestreichung (weiß/schwarz) zu, die dem Feind weder ein formiertes Auftreten bzw. einen in Linie ausgeführten Angriff (braune Linien/Pfeile) auf die Stellungen der Verteidiger ermöglichte. Genauso wie auch erst dann ein sicherer Flankenschutz der eigenen Stellungen sichergestellt war und somit auch ein möglicher Durchbruch (rot) des Angreifers in Richtung Passübergang optimal durch ein massives Kreuzfeuer unterbunden werden konnte. Nur so konnte auch der große Sperrgraben (blau) effektiv, weil beidseitig (weiße Kreise) verteidigt werden. Der auffallende, fast rechte Winkel (pink), der als Winkelhalbierende ganz exakt den Aufstiegsbereich vom Steinihof-Tobel (rote Linie) kopiert – aber auch gegen mögliche Angreifer, die über den Rehgraben von Bürchau aus hier einfielen – und diesen Übergang sicherte, war – wie schon mehrfach in Neuenweg auf dem Eck nachgewiesen – erst eine historische Verteidigungslinie, die dann als markante, weil real unverrückbare Landmarke zur Grenzziehung umgewidmet wurde. Nur so lässt sich der fast rechte Winkel – der erst heute auch neben der Gemarkungsgrenze vor allem die Grenzlinie zwischen Wald- und Wiesenfläche markiert – sinnvoll interpretieren. Die starke Terrassierung der südlichen "Bastion" (Dreieck) legt den Schluss nahe, dass die dort gut ausgebauten Bankette auch für den Einsatz von kleineren Feldgeschützen vorgesehen waren. Von diesem Standort aus - und nur von dort in leicht erhöhter Stellung - wäre die Bestreichung (orange) aller strategisch wichtigen Punkte möglich gewesen, um jede feindliche Aufstellung bzw. einen Durchbruch - getragen von den jeweiligen einzelnen Zugängen bzw. auch in gemeinsamer Kombination in Form einer Zangenbewegung, z. B. aus dem Rehgraben und aus dem Steinihof-Tobel - zu unterbinden. Klar wird auch, dass nur der Ausbau von einer reinen Linearschanze hin zu einer flächigen Schanzanlage den gewünschten Abfang- und Verteidigungszweck erfüllen konnte und somit neben dem Hau-Pass und dem Eck-Sattel die dritte funktionierende Pass-Sicherung wurde.

 

*) Das Bestreichen eines Geländes ist die geeignete Aufstellung und Verwendung von Feuerwaffen, um einen größtmöglichen Bereich unter wirksames Feuer nehmen zu können. In der Befestigungskunst gilt das in gleicher Weise von den einzelnen Walllinien und deren vorliegenden Gräben aus. Man erreicht dies dadurch, dass man die zur Bestreichung (Flankierung) bestimmte Linie unter einem rechten Winkel zu der zu bestreichenden anlegt, bei voneinander getrennten Werken durch eine Anordnung der gegenseitigen Lage in diesem Sinn. Bestrichener Raum ist diejenige am ebenen Boden gemessene Strecke, innerhalb deren sich die Geschossbahn nicht über die Zielhöhe (Reiterhöhe, ganze, halbe oder viertel Mannshöhe) erhebt. Die Länge des bestrichenen Raums hängt ab von der Konstruktion der Waffen und der Patronen, von deren Schussweite und der damit fortwährend zunehmenden Bahnkrümmung, der Zielhöhe, der Anschlagshöhe des Schützen, vom Vorhaltepunkt und von der Neigung des Geländes am Ziel. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bestreichen_(Milit%C3%A4r)

 
 
 
 
Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Baden_-_Oesterreich_43_Bild_1_(4-1675692-1)
 
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe: 1790 Plan Nr. II über die Lands-Grenz-Steine, Linien und Winckel von Nr. 63 bis 124 Österreichischer Seits Vogtei Schoenau mit denen Ortschaften Schoeneberg, Oberboellen, Niederboellen, Heidfloehe und Wembach, Baadischer Seits die Ortschaften Neuenweeg und Bürchau angrenzend (nicht eingenordet).
 
 
 
 
Quelle Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Baden_-_Oesterreich_43_Bild_1_(4-1675692-1) 
 
Im Plan von 1790 wird die Holderschanze als idealtypische Linienschanze - nur als Linie und nicht als Schanze bezeichnet- dargestellt. Lediglich der Hinweis "Beim Blockhaus" (roter Pfeil) - exakt an der Einmündungsstelle der Kommunikationslinie (orange) und dem dortigen rechten Winkel - entsprechend dem auch heute noch gut erkennbaren quadratischen Grundriss des Blockhauses - wird deutlich, dass diese Linienschanze nicht nur eine Linie ist, sondern sehr wohl auch eine Fläche hat. Interessant ist und bleibt die Anpassung der Grenze exakt auf der einstigen befestigten Verteidigungslinie (schwarz) - direkt über und strategisch optimal mittig auf der Aufstiegsrinne des Steinihof-Tobels liegend - mit exakter gradliniger Fortsetzung zum Silbereck-Pass (schwarze Linie). Zuviel Zufall - zuviel angewandte barocke Geometrie - zumal beide Schenkel genau das Areal abdecken, das es zu schützen und zu sichern galt.
 
 
Taktische Ausbauphasen der Holderschanze (1)
Dargestellt auf der Basis der DG 1:5000  
 
Da die obere Darstellung grafisch stark verdichtet wurde, hier nochmals die einzelnen Phasen:
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
 
Ausschnitt der DG 1:5000 mit der dort eingetragenen (unvollständigen) Holderschanze .
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
 
Die heutige Gemarkungsgrenze Neuenweg (Westen) und Böllen (Osten) - einst Länder-, Reichs- und Glaubensgrenze.
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
 
Die nördliche und südliche französische Aufstiegsroute (dunkelblau) aus dem Kleinen Wiesental, welche die Holderschanze abzufangen bzw. einen Durchbruch zum dem  dahinter liegenden Pass-Übergang und damit die Umgehung des gut gesicherten Hau-Passes unterbinden sollte. Die Holderschanze mit dem nördlichen Laufgraben, der Kommunikationslinie (hellblau), die Linienschanze (orange) nur als Linie wiedergegeben und der Sperrgraben (karminrot).
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
 
Die Karte täuscht vor, dass die Schanzanlage schwerpunktmäßig auf der Gemarkung von Neuenweg liegt und lediglich der nördliche Zugang mit dem Laufgraben, der von der Redoute auf dem Hau-Pass hochführt, auf Böllener Gemarkung liegt - was nachweislich falsch ist und vom LAD aber so übernommen und sogar auch weiterhin als fachlich korrekt vertreten wird. Gleichzeitig macht die Kommunikationslinie aber auch eindeutig klar, dass die Holderschanze  ein bestehendes Ensemble ist und sich als archäologische Gesamtheit ausweist.
 
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018   
 
Unter Berücksichtigung und Einbeziehung der beim habsburgischen Reich und den Reichskreisen um 1700 üblichen technischen Ausrüstung an Feuerwaffen hätte die reine Linienanlage (orange) bei der Abwehr eines feindlichen Angriffs eine treffsichere Entfernung von ca. 75 Metern erreicht (gelb). Wobei die Sicherung der eigenen Flanken (grün) auf Grund der sehr flachen und kurzen Redans (vorspringende Winkel) nicht gewährleistet war. Ebenso hätte man bei einer Bestreichung von nur 75 Metern weder den Angreifer beim Aufstieg und der dann erfolgten Aufstellung in die Breite (rot) hindern, noch einen Frontalangriff auf die Schanze bzw. einen zusätzlich in Zangenbewegung erfolgten Flankenangriff erfolgreich abwehren können. Auch einen massierten Durchbruch und damit eine Überwindung des großen Sperrgrabens wäre nicht zu verhindern gewesen. Eine solche Schanzanlage braucht eine entsprechende Infrastruktur, um ihre Funktionsfähigkeit zu sichern  - z. B. durch ein Blockhaus, erkennbare Lagerflächen für Zelte (bei höherem Verteidigerbedarf), Fortifikationselemente zu Sicherung, etc. (siehe unten)..
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018   
 
Erst eine zusätzliche vorgelagerte Sicherungs- und damit auch eine erste Rückzugslinie (schwarze Pfeile) sowie der massive Ausbau einer westlichen "Bastion" sowie einer südlichen "Bastion" einschl. einer umfangreichen Sicherung der großen Sperrgrabens (rote Pfeile) verschiebt nun den Abwehrschwerpunkt nach Süden und erreicht damit eine wesentlich bessere Bestreichung jenes Aufstiegs durch die Steinehof-Tobel, der Favorit (unterer blauer Pfeil) bei den Franzosen war. Mit der neuen vorgeschobenen Verteidigungslinie kann nun der Angreifer bereits beim ersten noch ungeordneten Heraustreten aus der Klamm effektiv abgewehrt und eine Formierung zu einem breit angelegten Angriff auf die Schanze unterbunden werden. Vor allem ist jetzt auch ein optimaler Schutz der eigenen Flanken durch eine ausreichende Bestreichung (grün) gewährleistet. Dennoch ist eine wirklich optimale Bestreichung des Zugangsbereichs zum Pass noch nicht wirklich umgesetzt.
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018   
 
Dies wird erst durch die bastionsartige Terrasse (weißes Trapez) und die Bestückung der dortigen Bankette mit leichten Feldgeschützen erreicht: von hier aus - leicht erhöht über der Aufstiegsrinne - ist eine optimale Bestreichung aller strategisch wichtigen Punkte möglich (weiße Linien) - bei gleichzeitigem Schutz der eigenen Flanken. Ein Durchbruch bzw. ein in breiter Front vorgetragener Angriff auf die Schanzanlage ist jetzt nicht mehr möglich.
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018   
 
Eine reine - hier oft auch als idealtypische Linienschanze dargestellt - könnte die strategische Sicherung dieses Tobel-Aufstiegs nicht gewährleisten - erst der flankierende Ausbau zur Flächenschanze ermöglichte die Erfüllung der hier gestellten Anforderung einer effektiven zusätzlichen Pass-Sicherung - die erst durch die erhebliche Stärkung der südlichen Fortifikation (grün) vollendet wurde. Dass dies alles vom LAD nicht nur ignoriert, sondern auch noch fachlich bestritten wird, zeigt, wie sehr das LAD als "Nichtverhinderungsbehörde", als eher "Zustimmungsbehörde" ebenso den eindeutig (partei-)politisch-motivierten Weisungen aus Stuttgart folgt - wie auch das RP bis hin zum LR  - und dabei einzigartiges Kulturgut offensichtlich bedenkenlos opfert - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das LAD schöpft aus dem landesweiten Pool von Bodendenkmalen - und es scheint ihm dabei egal zu sein, was Vorort regional dabei für immer zerstört wird. Und da wird die Einmaligkeit, die Einzigartigkeit gezielt heruntergespielt - mit nur scheinbar fachlicher Kompetenz - und alle untergeordneten Behörden nicken eifrig ab und mit... für mich ein in vielfacher Weise ernüchterndes Lehrstück über den wirklichen Stellenwert des Denkmalschutzes in unserem Land. Vor allem dann, "wenn es dabei um rein landes(partei)politische Interessen und die ungezügelten und  egomanischen Wirtschaftsinteressen einiger wenige Profiteure geht" - so die Meinung eines Gastes bei der Bürchau-Veranstaltung..
 
 
 
Quelle: http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_findmittel_02/labw-4-1728292/%22Neuenweger+und+Heimbrunner+Baenne%22
http://www.leo-bw.de/media/labw_findmittel_02/current/delivered/bilder/labw-4-1728283-1.jpg
Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Auf der Karte des Neuenweger Banns von 1770 lassen sich die bevorzugten Umgehungsrouten der Franzosen sehr gut auch im geographischen Raum nachvollziehen: die Hauptroute - über die Sirnitz und dann vor dem gut gesicherten Eck-Pass hinunter ins Klemmbachtal (rot), von dort einbiegen in das Kleine Wiesental südlich von Neuenweg und dann wieder hoch durch den Steinihof-Tobel über die Passhöhe südlich der Holderschanze (weiß). Oder eben über Kandern und Wieslet ins Kleine Wiesental vorrückend (gelb) und dann hoch durch die Steinihof-Klamm bzw. etwas nördlicher auch durch die Taleinschnitt des kleinen Steinihof-Baches. (orange). Deutlich wird auch, dass das auffallende Winkelprofil (karminrot) südlich der Holderschanze mit dem davorliegenden großen Sperrgraben sehr exakt den notwendigen Verteidigungsstellen folgt (grüne Linie, grüne Kreise), um eine effektive Verteidigung des Sperrgrabens zu gewährleisten, da die eigentliche Schanzanlage zu weit von den zu bestreichenden Punkten liegt. Es ist sicher kein Zufall, dass man hier - den markanten militärischen Einzelstellungen folgend - entsprechend die Gemarkungsrenze daran orientierte. Wobei auf diesem Gemarkungsplan eine deutliche Verschiebung der Grenze im Bereich der Schanzanlage selbst in Richtung Westen auffällt.
 
 
 
 Neuenweger Gemarkungsplan von 1753, Bearbeitung ©  Dipl. Ing. Wulf Springhart (Böllen) 2018
 
Die räumlich überhöhte Darstellung von 1753 der beiden Aufstiegsmöglichkeiten macht klar, warum für die Franzosen der südliche Steinihof-Tobel eine wesentlich einfacher zu bewältigende Route war. Sie führte ohne vergleichsweise steile Anstiege und gut begehbar unmittelbar zur Passhöhe - oben Teile der Holderschanze mit einem Redan. Um beide Aufstiegsmöglichkeiten strategisch zu unterbinden, setze man die Holderschanze quasi mittig zwischen die beiden Tobel - was sich als Fehler herausstellte. Denn dadurch konnte der von den Franzosen favorisierte südliche Aufstieg nicht ausreichend bestrichen und dadurch nicht effektiv genug gesichert werden. Mit der Folge, dass man den südlichen Teil der Holderschanze nun massiv ausbaute und verstärkte, um auch die Sperrgraben-Funktion optimal umsetzen und sichern zu können
 
 
 
 Neuenweger Gemarkungsplan von 1753, Bearbeitung ©  Dipl. Ing. Wulf Springhart (Böllen) 2018
 
Aus einer anderen Perspektive: war der Hau-Pass (roter Pfeil)) durch die französische Sternschanze (weißer Stern) gesichert, rückten die Franzosen direkt über den Hau-Pass nach Schönau vor (dunkelblaue Linie), War der Hau- und der Eck-Pass (schwarzer Pfeil) durch habsburgische Reichs- oder Kreistruppen besetzt und gesichert, umgingen sie diese beiden Pässe durch das den Spitzkopf umlaufendend Tal des Klemmbachs (hellblaue Linien) und hatten zwei Aufstiegsmöglichkeiten, um den Silbereck-Pass zu erreichen: der kleine Steinihof-Bach-Tobel (orange) - relativ steil und schwer begehbar - oder den großen Steinihof-Tobel (gelb), der relativ gut begehbar und weniger steil in unmittelbare Nähe zur Passhöhe führte. Diese Route war auch bei den Angreifern (lila) bevorzugt, die von Wieslet das Kleine Wiesental hinauf vorrückten.
 
"Letzte Meldung"
 

Mehrere Personen haben mich dringend gebeten, vor meiner definitiven Funkstille zumindest pro forma und abschließend die wichtigsten Ergebnisse zur Holderschanze zusammenzustellen, auf deren Basis sie weiterarbeiten können. Dem komme ich natürlich gerne nach, war es doch stets mein Anliegen, die allgemeine Öffentlichkeit und alle speziell Interessierten immer zeitnah und vollumfänglich und keinesfalls „unvollständig“ – wie Landrätin Dammann in Ihren Schreiben vom 16.07.2018 monierte - zu informieren.

 
Statement zum Erhalt der Holderschanze
 
 
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Immer noch aktuell:
LAD meint: Holderschanze sei keine "flächige Schanzanlage"
Siehe neue Aufnahmen unten!
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016  
 
 
Lassen Sie sich nur nicht von Ihren Augen übertölpeln oder gar vom gesunden Menschenverstand leiten, weder von Ihrer eigenen langjährigen Erfahrung in der Erforschung der Fortifikation, noch lassen Sie sich auch nicht von klar erkennbar durchziehenden Wallgräben oder breit planierten Flächen irritieren - die Holderschanze ist keine flächige Schanze - so hat es das LAD nun mal mit seiner unantastbaren Deutungshoheit entschieden - und damit basta! Meint das LAD....
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016  
 
Bitte blindlings glauben: Das ist alles ganz natürlich - und überhaupt keine flächige Schanzanlage - meint das LAD. Und das
Wirtschaftsministerium und das Regierungspräsidium und das Landratsamt glauben das auch... noch...
 
 
Laut neuester Stellungnahme des Landesamt für Denkmalschutz (LAD) in einem Schreiben an Landrätin Marion Dammann vom 16.07.2018 ist die Holderschanze keine flächige Schanzanlage. Das heißt für das LAD im Klartext: alle hinter der Grabenlinie, also östlich davon auf Böllener Gemarkung liegenden Flächen sind keine Bodendenkmäler, nur die Grabenlinie auf der Neuenweger Gemarkung selbst ist ein Bodendenkmal.
 

Für mich wieder einmal Beweis dafür, dass es auf der Gemarkungsseite von Böllen, dem Bauerwartungsland des WP der EWS, eben keine Bodendenkmäler geben darf – auch wenn das ganze Gelände dort sichtbar und nachweislich zur Holderschanze gehört und damit eine archäologische Einheit bildet. Mit tragfähiger Fachkompetenz und realem Denkmal-Schutz hat das schon lange nichts mehr zu tun. Leider – und sehr bedauerlich: für den Landkreis, das Kleine Wiesental, für die Kultur- und Landesgeschichte. Und damit auch für die geschichtlich gewachsenen Wurzeln unserer Region.

 

Eben der einplanbare, behördlich legitimierte Kollateralschaden, aber auch einer für das Vertrauen in alle Ebenen der hiesigen Landesbehörden, die sich offenbar blindlings gegenseitig Persilscheine ausstellen und damit auch noch ernsthaft glauben, im Recht zu sein.

 

Ganz gewiss nicht! Wer an Fakten und nicht an Persilscheinen interessiert ist, für den habe ich vorsorglich meine Gedanken zu den neuesten fachkompetenten Einschätzungen und fortifikationstechnisch brillanten Schlussfolgerungen des LAD - noch kurz vor dem Urlaub - zusammengetragen und zu Papier gebracht. Einfach, dass solche Erkenntnisse nicht unwidersprochen bleiben.

 
Stellungnahme 1
 
 
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Ich weiß, es mögen einige von Euch nicht für möglich halten, aber ich habe mich definitiv entschlossen, bis zur Eröffnung der endgültigen Planung und der dann erfolgten (vorläufig) endgültigen Fixierung der WEA-Standorte, zu schweigen - und wer mich kennt, weiß, dass mein Wort gilt.
 
Ausschlaggebend für meinen Entschluss, jetzt einen ganz anderen Weg zur Sicherung und zum umfassenden Schutz der gefährdeten Bodendenkmal einzuschlagen, ist der Versuch der Landrätin Marion Dammann, mich für die fragwürdige Öffentlichkeitsarbeit des Landesamtes für Denkmalpflege persönlich verantwortlich zu machen, da ich  - so ihre Behauptung - zudem dem LDA gleichzeitig keine Gelegenheit zubillige, seine Arbeitsweise und seine Ergebnisse zu erläutern.
 
Im gewissen Sinne  angesichts der Fakten eigentlich belustigend- aber ich nehme einen solchen Vorwurf dennoch ernst: Gemessen daran, dass ich seit Jahren mit dem LDA eng kooperiere und beispielsweise allein im Zeitraum von 2016 - dato allein über 200 Mails hin- und hergeschickt wurden. Aber machen Sie sich bitte ein eigenes Bild und bilden sich eine eigene Meinung über Glaubwürdigkeit, Wahrheit und Umgang mit der Öffentlichkeit
 
Denn im Grundtenor ist dies eigentlich nicht wirklich eine neue Erfahrung. Man setzt sich leichtfertig über eigentlich schnell recherchierbare Fakten hinweg, macht sich Vorort kein eigenes Bild, sondern folgt offensichtlich blindlings und damit auch  ungeprüft, aber eben vertrauensvoll den Aussagen Dritten, die sich allzu gerne gegenseitig mit postfaktischen Persilscheinen reinwaschen.
 
Diese Stellungnahme macht gleichzeitig aber auch klar, wie stark schon die Umsetzung der WEA-Planungen gerade und auch auf kommunaler Ebene abgesichert werden/sind - obwohl sie laut EWS ja überhaupt noch keine endgültigen Standorte ausweisen... schlechte Vorzeichen für die Windpark-Gegner.
 
Dennoch und gerade deshalb: lasst euch einfach überraschen... 
 
Stellungnahme 2
 
 
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Hier noch ein paar aktuelle Aufnahme von der nicht flächigen Holderschanze anlässlich einer gemeinsamen Begehung mit MdB Christoph Hoffmann sowie mehreren Mitgliedern der BI Schwarzwald-Gegenwind. Obgleich es mir schwerfällt, die Fotos im einzelnen nicht zu kommentieren - denn laut LAD ist die Holderschanze keine flächige Schanzanlage - und all' das was Sie vermeintlich hier sehen - und auch real Vorort - dass sind schon gar keine anthropogenen Spuren, geschweige denn echte Fortifikationsspuren - also wirkliche Beweise einer flächigen Schanze. Hier haben sich wohl nur Fuchs und Hase  ein wenig gebalgt, bevor sie einander "Gute Nacht" sagten... möglicherweise sollte man auch die hier auf der Sommerweide grasenden Kühe mit in die Überlegungen einbauen - vielleicht ein beliebter Liegeplatz mit die Terrassen verbindenden Trittspuren? Oder vielleicht doch auch anthropogene Indizien - dann auf jeden Fall Lesesteine... oder so etwas in die Richtung. Hhmmm, könnte natürlich dann auch die Wald-Wiesen-Grenze markieren... nur war da damals genau hier gar kein Wald, zumindest nicht auf den alten Karten (s.u.) so vermerkt... aaaahhh, jetzt kommt die Lösung: die Steine markieren die Reichsgrenze - aber lag die 1701 genau da, wo heute das auffallende Rechteck die Gemarkungsgrenze zwischen Böllen und Neuenweg markiert... man weiß es halt nicht so richtig - aber es ist auf gar keinen Fall eine  flächige Schanzanlage, das ist doch wohl nun hoffentlich auch dem Letzen und damit allen klar... sorry für die unvollständige Information.
 
 
 
Quellen https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/ergebnis1.php & Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Neuenweg_1_Bild_1_(4-1728283-1).jpg
 

Topographische Karte von 1895, Bearbeitung ©  Dipl. Ing. Wulf Springhart (Böllen) 2018, grafische Nachbearbeitung © Archiv Werner Störk 2016  
Die Eintragungen in der Karte von 1895 zeigt die Auf- und Abstiegsrouten der Franzosen über die Rinne vom Steinihof (rot) und vom Rehgraben (hellgrün) und macht deutlich, dass ohne eine starke südliche Befestigung des großen Sperrgrabens dessen Funktion, einen Durchbruch zu verhindern, nicht erfüllt worden wäre. Gleichzeitig interessant: die Holderschanze liegt zum größten Teil in waldfreiem Gebiet (karminroter Pfeil) und am nördlichen Waldrand wurde ein Art Redoute-Symbol eingesetzt - vermutlich der Standort des Blockhauses (gelber Pfeil). Gleichzeitig war die Silbereck-Passhöhe komplett baumfrei (weißer Pfeil).
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2018
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018 + LDA ©-Lidarscan
 
Links: amtliche DG-Karte mit eingetragener Grabenlinie (südlichster Teil des Sperrgrabens fehlt, ebenso das auffallend in das Wiesengelände hereinragende Waldstück), Mitte: die vom LAD übernommene und im Süden ergänzte Karten-Linie und exakt so an die EWS weiter übermittelten Lidar-Linie, rechts: das tatsächliche Schanzenareal mit Blockhaus, einzubeziehendes Waldstück sowie die südliche Bastion - ohne den vollständigen "Winkel" (nicht maßstäblich). Aber was meint dazu das LAD: keine flächige Schanze....
 
 
 
Taktischer Aufbau der Holder-Schanze (2)
 
"Die Taktik bildet zusammen mit der Operation und der Strategie die Ebenen der Kriegsführung. Sie definieren den Entscheidungsrahmen für den Einsatz bestimmter Mittel in Zeit und Raum in Bezug auf ein Ziel. In diesen Zusammenhang tritt das Planungsdiktum Information über die Verfügbarkeit eigener und fremder Mittel und Absichten, und dient dazu, eine Überlegenheit eigener Kräfte in einem Raum zu schaffen. Taktik kann auch als die „koordinierte Anwendung von militärischen Mitteln zur Erreichung eines gegebenen/gewollten Ziels unter Bewertung, Einbeziehung und zieldienlicher Verwendung von vorgefundener Lage, vorhandenen Kräften, räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten“ beschrieben werden." Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Taktik_(Milit%C3%A4r)
 
Das intensive Studium der technischen Entwicklung des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts  ermöglichte es jetzt erstmals den Bau einer Erdwerk-Befestigung wie die der Holder-Schanze neu zu bewerten und das komplexe Zusammenspiel der einzelnen Anlagenbereiche besser zuzuordnen.
 
So auch an der Südspitze der Holderschanze. Obwohl das geographische Raumbild im Wechselspiel von Wald- und Wiesenflächen – optimal am besten aus der Luft betrachtet – gerade im Süden der Holderschanze schon lange eine sehr auffällige, stark geometrisch zugeschnittene Landmarke – zunächst nur entsprechend der Gemarkungsgrenze (siehe Foto/Grafik unten) – erkennen ließ, lag der Schwerpunkt der Untersuchungen immer auf dem bis dahin bekannten Schanzenkorpus selbst. Wobei die auffällige geometrische Form einen Winkel mit je rund 220 Metern Seitenlänge bildet. Jener neue Geländeabschnitt wird mittig durch den heute noch gut sichtbaren eindrucksvollen großen Sperrwall getrennt, der hier – ausgehend von der südlichen Spitze der Schanze – sich rund 300 Meter in Richtung Bürchau hinzieht. Nach Norden hin geht der große Sperrwall in einen kleineren über, der dort mit rund 100 Metern Länge die südlichen und westlichen Schanzenbereiche zusätzliche sicherte.
 
Bedingt durch die Reichweite der damaligen Musketen waren auch die einzelnen räumlichen Verteidigungssysteme speziell angepasst. Die Treffsicherheit nahm ab 100 Meter stark ab und war hauptsächlich nur auf eine Distanz von 60 – 75 Meter gewährleistet. Dementsprechend waren bei Defensivsystemen vorgelagerte erste und zweite Verteidigungs- und Rückzugslinien (siehe Foto/Grafik unten) sehr wichtig, so wie man sie dort im freien Feld, am besten im Winter erkennbar, langgestreckt an der Westseite der Holder-Schanze vorfindet.
Im Rahmen der ersten professionellen Erfassung der Grenzsteine auf dem Bergrücken des Zeller Blauens gab es durch Daniel Senn (Bürchau) einen konkreten Hinweis auf weitere archäologische Spuren im südlichen Umfeld der Holder-Schanze. Diesem Impuls folgend, konnten Harald Senn und Sohn Daniel im Zielgebiet weitere interessante Objekte dokumentieren. Gleichzeitig wurden dadurch aber auch Standorte interessant, die man bislang nicht näher untersuchte. Die Untersuchungen Vorort durch Harald und Daniel Senn konnten somit erste Spuren dieser neuen Verteidigungs- und Rückzugslinie oberhalb des großen Sperrgrabens und rund um den gesamten rechten Grenz-Winkel dokumentieren. Nur durch dieses großräumliche taktische Zusammenspiel zwischen den südlichen Steinbastionen, der südöstlichen  und auch der südlichen Sicherungslinie (siehe Foto/Grafik unten) sowie dem westlichen Pendant konnte ein Aufstieg erfolgreich verhindert werden: Denn ohne diese zusätzlichen  Sicherungen wäre die Abwehraufgabe der eigentlichen Schanzanlage - wie sie gerne "abgemagert" grafisch dargestellt wird - hier schon rein technisch überhaupt gar nicht umsetzbar gewesen. Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat leider nur diese extrem "verschlankte" Schanzenform mitübernommen - die aber der tatsächlichen Ausformung in keiner Weise gerecht wird.
 
Eine erneut vorgenommene exakte Raumausmessung des neuen Forschungsgebiets bestätigt diese Annahme: so liegen alle auch heute noch waldfreien Räume im Westen wie im Süden exakt in diesen Zonen. Man bezeichnet diese speziellen Flächen als „rasierte Glacis“ – ein von Büschen und Bäume völlig freigeschlagenes Gelände, also ein Areal vor der Schanze ohne jedes Annäherungshindernis - und damit auch ohne jede Deckung für einen Angreifer. Diese heutigen beweideten Wiesenflächen wirken auch im Luftbild immer noch wie „herausgeschnitten“ und prägen das lokale Landschaftsbild (siehe Foto/Grafik unten).
 
Fasst man die ersten aussagekräftigen Ergebnisse zusammen, so zeigt sich folgendes Bild: der Schwerpunkt der als Defensivsystem errichteten Holderschanze lag nicht im archäologisch sehr gut erhaltenen westlichen Anlagenbereich, sondern vor allem im Süden und im Südosten. Dort sicherten beidseitige Verbauungen und Stellungen den Aufstieg vom Steinehof-Tobel – der wichtigsten Aufstiegsroute (siehe Foto/Grafik unten) französischer Truppen. Sie kamen entweder von Neuenburg über die Sirnitz und durch das Klemmbachtal oder von rückten von Hüningen aus über Kandern und Tegernau durch das Kleine Wiesental vor, um so den schwer gesicherten Hau-Pass zu umgehen.
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017  
 
 
Süd-Nord: Die heute markanten Geländeabschnitte rund um die Holder-Schanze - durch die Beweidung immer noch freigehaltene Wiesenflächen.  
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017 
 
Nord-Süd: Die heute markanten Geländeabschnitte rund um die Holder-Schanze - durch die Beweidung immer noch freigehaltene Wiesenflächen. 
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018    
 
Die bevorzugten Aufstiegsrouten der französischen Fußtruppen (gelb) und die notwendigen Gegenmaßnahmen (rot).
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018    
 
Um einen Passübergang zu verhindern, musste die Anlage (gelb) den gesamten Aufstiegs- und Übergangsbereich sichern und freies Gelände schaffen (grün). 
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018    
 

Die Grafik macht schnell  klar, dass - ohne die zusätzlich zu den markanten Grabenlinien eingerichteten und deutlich vorgeschobenen ersten Verteidigungslinien (rot) - eine effektive Musketenbestreichung (gelbe Kurzlinien ca. 100 Meter) der Rückzugs- und Hauptverteidigungslinie (durchgezogene gelbe Linie) nicht möglich gewesen wäre. Und sich ein Angreifer ohne Risiko direkt vor der Schanzlinie hätte sammeln und formieren (weiße Rahmen) können, um so einen breit angelegten Angriff in die Fläche wie auch in die Tiefe erfolgreich zu führen. Die Schanze wäre überrannt worden, da dies die  linienformal ausgerichtete Musketenbestreichung nicht verhindert hätte. Erst der starke Ausbau der vorgelagerten "Bastion" (drei Terrassen) im Süden und Südwesten sowie die ersten westlichen Verteidigungslinien haben eine erfolgreichen Abwehr (orange Kurzlinien, ca. 100 Meter) gewährleistet: der Angreifer konnte sich nach dem Mann-hinter-Mann-Aufstieg nicht in der Breite - also Linie - aufstellen, sondern geriet bereits beim Heraustreten aus der Waldeckung unter relativ treffsicheren Bestreichung (also innerhalb der 100-Meter-Distanz). Gleichzeitig ermöglichten die sich gegenüberliegenden südlichen Stellungen - jeweils an den Enden (gelbe Pfeile) des großen Sperrgrabens -  den anstürmenden Feind ins Kreuzfeuer zu nehmen. Gerade die südlichen und südöstlichen Bereiche - entlang der ehemaligen Landes- und heutigen Gemarkungsrenze werden in der amtlichen Kartierung immer noch nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht die überlebenswichtige, durch die Linie nach Osten stark gesicherte und somit gut geschützte zweite Rückzugsmöglichkeit (blau) - auf sicheres Schanzengelände.

 
 
Auch noch ganz aktuell
 
 
Quelle Generallandesarchiv Landesarchiv http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1704124-1
Repro Sammlung & Archiv Werner Störk (Karte bearbeitet)
 
Die neueste Entdeckung nördlich vom Wolfsacker: eine zweite Redan-Linie am Schanzgraben - dazu mehr hier ...
 
 
Auszug aus meiner Webseite von 2016
 
Holder-Schanze-Linearschanze-Linienschanze-Redoute-Sternschanze-Hau-Neuenweg-2.html (siehe Buttonleiste unten, wurde bereits 2017/18 überarbeitet)
 
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016 
 
 
 
Foto & Grafik © Archiv Werner Störk 2016 
 
Nördliches Schanzende mit massivem Wallkörper (rot) und der abknickenden Überleitung (blau) der bergwärts von der Redoute hochziehenden Kommunikationslinie (blau) in das große umlaufende Graben-System mit auspringenden Winkeln (grün). Dieser Eckpunkt hinter dem Wallkorpus beherbergt einen auffälligen quadratischen Grundriss mit umlaufendem Wall und wird von uns als vermutlicher Standort eines Chartaques oder eines zweistöckigen Blockhauses mit Wachturm (gelb) eingeschätzt - denn sonst gäbe es keinen direkte Sichtverbindung zu den Vorposten.
 
 
 
Foto  © Archiv Werner Störk 2016   
 
 
 
 
Foto & Grafik © Archiv Werner Störk 2016  
 
Hier beginnt mit der Einmündung der von Norden einlaufenden Kommunikationsline (blau) auch der Hauptgraben (rot) der Holder-Schanze mit ihrem im Norden sehr stark ausgeprägten Wallkörper (gelb). In Blickrichtung Westen sieht man noch das nach Süden abbiegenden Teilstück der dort beginnenden Zick-Zack-Linie des  westlichen Hauptgrabens
 
 
 
 
Foto  © Archiv Werner Störk 2016   
 
 
 
 
Foto & Grafik © Archiv Werner Störk 2016  
 
 
Hier mündet die Kommunikationslinie (orange) der Redoute auf dem Hau in den Hauptgraben (rot) der Holder-Linearschanze. Gut erkennbar ist der massive Wallkorpus, der den dahinter liegenden (vermuteten) Chartaque oder ein zweistöckiges Blockhauses mit Wachturm, schützte und auch statisch zusätzlich sicherte. Dieser nördlichste Punkt ist mit Ausnahme des zusätzlich aufgeschütteten Zentrums  der höchste Punkt der hier endenden Schanzanlage.
 
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016 
 
 
 
 
Foto & Grafik © Archiv Werner Störk 2016 
 
Das auffällige Quadrat - direkt hinter der Anbindung der Kommunikationslinie - speziell geschützt mit einem umfassenden Wallring - in Richtung Westen zusätzlich mit einem Graben und deutlich eingesenkt. Nur dieser Standort hätte die Sichtverbindung zur Redoute und zu dem ebenso notwendigen Vorposten auf der vorderen westlichen Kuppe gewährleistet.
 
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016  
 
 
 
 
Foto & Grafik © Archiv Werner Störk 2016  
 
 
In Blickrichtung Norden: Einlauf der von der Redoute hochlaufenden Kommunikationslinie (oranger Pfeil) in den nördlichen Wallgraben (rot), Kombination aus einem kleineren Wall (gelb) (der sich fortsetzt) und einem Graben (karminrot) zur Sicherung des hier vermuteten Chartaques (oder einem Blockhaus). Die am oberen Bildrand verlaufendende natürliche topografische Bodenlinie macht deutlich, dass man ebenerdig - selbst ohne Baumbestand - auch ohne Chartaque keine optimale Blickverbindung auf den Hau-Pass und der dortigen Redoute gehabt hätte.
 
 
Und jetzt 2018 die Bestätigung über historische Gemarkungspläne von 1767, 1770 und 1790
 
 
Quelle https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/ergebnis1.php     
 
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe: H Neuenweg 3 Archivalieneinheit, Copia IIter Plan, Lit: B, C, über die Grenzlinea und darauf stehenden Bannsteinen, Pfahlen und notirenten Puncten zwischen Neuenweeg, Birchau, Elbenschwand und Östereich.Grenzkarte, Grenze farbig, Grenzsteine mit Nr., Grenzverlauf links Belchen (Gipfelkreuz) bis rechts "auf dem Hirschkopf". Höhenunterschiede farbig, Flurnamen, Wälder, Felder, Verteidigungslinie ("Schanz") an der Straße Neuenweg-Böllen, Straßen, Wege, zwei Wegkreuze (bei Stein Nr. 21 rechts und bei Stein Nr. 25 links) eingezeichnet. Angrenzende Bänne benannt. Außerhalb der Karte am oberen Kartenrand Häuser von Oberböllen und Haidflüh, am unteren Kartenrand von Neuenweg und Bürchau als stilisierte Ansichten gezeichnet. Autor und Künstler: Enckerlin Format: 32,3 x 168 cm um 1770 (nach altem Repertorium).
 
 
Quelle https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/ergebnis1.php    
 
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe: H Neuenweg 4 Archivalieneinheit, IIter Plan Lit: B. C. über die Grenzlinea und darauf befindlichen Bannsteinen, Pfaehlen, Puncten und Loochen zwischen Neuenweeg, Birchau, Elbenschwand und Oestreich. Grenzkarte, Grenze farbig, Grenzsteine mit Nr., Grenzverlauf links Belchen (Gipfelkreuz) bis rechts "auf dem Hirschkopf". Höhenunterschiede mit Schraffen, Flurnamen, Wälder, Felder, Straßen, Wege und eine Verteidigungslinie ("Schanz") eingezeichnet. 2 Wegkreuze (bei Stein Nr. 21 rechts und bei Stein Nr. 25 links) eingezeichnet. Angrenzende Bänne benannt. Außerhalb der Karte am oberen Kartenrand Oberböllen und Haidflüh, am unteren Kartenrand Neuenweg und Bürchau als stilisierte Turmansichten gezeichnet. Titelkartusche rot umrahmt. Autor und Künstler: gef. Diezer  Format: 43 x 164 cm. 1767 
 
 
 
 
Quelle https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/ergebnis1.php   
 
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe: Plan Nr. II über die Lands-Grenz-Steine, Linien und Winckel von Nr. 63 bis 124 Österreichischer Seits Vogtei Schoenau mit denen Ortschaften Schoeneberg, Oberboellen, Niederboellen, Heidfloehe und Wembach, Baadischer Seits die Ortschaften Neuenweeg und Bürchau angrenzend. Grenzkarte wie Nr. 43 (unten), entgegengesetzte Orientierung, Schraffen, außerhalb der Karte Neuenweg mit stilisierter Kirchenansicht markiert. Legende.1790 
 
 
 

Repro & Bearbeitung © Archiv & Sammlung Werner Störk 2018

 
Eine (überarbeitete) historische Blockhaus-Darstellung von Lieutnant et. Ingenier Johann Lampert Kolleffel aus dem Jahre 1734/35 - so könnte auch das Blockhaus der Holderschanze ausgesehen haben. Der Ort Dobel ist heute ein heilklimatischer Kurort im Landkreis Calw in Baden-Württemberg. Die Gemeinde gehört zur Region Nordschwarzwald.
 
"Der Beginn des Polnischen Erbfolgekrieges im Jahre 1733 brachte erneut einen weiteren fieberhaften Ausbau der Verteidigungslinien. Auf dem Dobel, am wichtigen Schnittpunkt der Ettlinger Linie mit der Schwarzwaldlinie , wurde im Jahre 1733/34 die Doppelte Redoute auf dem Tobel in kürzester Zeit förmlich aus dem Boden gestampft. Lieutnant et. Ingenier Johann Lampert Kolleffel hat im Jahr 1734 die Lage und die Bauweise der Schanzen der Schwarzwaldlinie zwischen Klosterreichenbach und Neuenbürg aufgezeichnet und dabei der Dobler Redoute und wegen der besonderen Größe und Bauart eine extra Ansichts- und Schnittzeichnung (Blockhaus) gewidmet... Vier eiserne Öfen waren zur Beheizung notwendig und zwei Öllampen sorgten für die Beleuchtung... Dass im Jahre 1819 das Blockhaus noch vorhanden war, erfahren wir aus einem Bericht des Grafen von der Lippe über seine militärstrategische Untersuchung des Schwarzwaldes, die er im selben Jahr anstellte. Er nennt das Blockhaus auf dem Dobel als möglichen Quartierort für rund 50 Soldaten der rückwärtigen Linie. Das Blockhaus befinde sich, so stellt Graf von der Lippe fest, noch in einem guten Zustand. Danach aber verfiel das Blockhaus und Redoute und wurde eingeebnet. Jedenfalls war die Verteidigungsanlage bei der Ur-Vermessung des Jahres 1835 nicht mehr vorhanden:" Quelle: https://www.dobel.de/gaeste/ortsgeschichte/linienweg-blockhaus-redoute-id_944
 
"Vom Dreißigjährigen Krieg war Dobel genauso wie das gesamte Land Württemberg sehr stark betroffen. 1622 kommt es zu ersten Plünderungen und Brandschatzungen durch bayerische und kroatische Söldner im Ort. Durch das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. vom 6. März 1629 fiel das Kloster Herrenalb wieder unter katholische Herrschaft. Nach der für Württemberg verlorenen Schlacht bei Nördlingen 1634 floh Herzog Eberhard III. ins Exil nach Straßburg. Ab 1635 kam es auch in Dobel zu einer Pestepidemie. Im weiteren Verlauf des Krieges gab es neuerliche Plünderungen und Verwüstungen durch französische und schwedische Truppen. Die Einwohnerzahl reduzierte sich von 130 im Jahr 1618 auf 15 bei Kriegsende 1648, bei dem Württemberg in seinen alten Grenzen wiederhergestellt wurde. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Dobel durch die verstärkte Holznutzung unter Herzog Carl Eugen von einem Bauerndorf hin zu einer Waldarbeitersiedlung. 1734 wurde gegen die fortdauernden Franzoseneinfälle auf der Dobler Höhe eine der größten Verteidigungsanlagen der Schwarzwald-Linie, die "Doppelte Redoute auf dem Tobel" errichtet. Am 9. Juli 1796 stürmten im Ersten Koalitionskrieg französische Truppen die von österreichischen Soldaten angelegten Stellungen in der Umgebung. Dobel wurde geplündert und verwüstet. In der Folgezeit kam es zu Seuchen. Auch von den Befreiungskriegen gegen Napoléon war Dobel betroffen. Im Winter 1813/14 waren 80 russische Soldaten in Dobel einquartiert. Nach den Missernten 1816 und 1817 und der anschließenden Hungersnot sowie wegen des Wegfalles von Arbeitsplätzen in den ausgebeuteten Wäldern wanderten im 19. Jahrhundert über 500 Dobler Einwohner nach Nordamerika aus." Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dobel
 
 
 
Quelle http://www.wikiwand.com/de/Blockhaus_(Milit%C3%A4r)#/Weblinks
 
Mehr über die Geschichte der Blockhäuser in militärischer Nutzung erfahren Sie hier.
 
 

Immer noch aktuell Offener Brief 

an den Ministerpräsidenten des Landes, das WM BW Stuttgart, das RP Südbaden in Freiburg und das Landratsamt Lörrach

(weitere Adressaten im Verteiler)

 
 
Button einfach anklicken
 

Ich hoffe, dass diese Intervention die noch offenen Fragen, ob der geplante Windpark nun archäologische Bodendenkmale berührt oder nicht, weniger oder stärker gefährdet, nur zum Teil oder gänzlich zerstört, offiziell und verbindlich beantwortet werden und man hier dann endlich (!) zu einem klaren Abschluss dieser Diskussion kommt - oder auch nicht.

 
 
Hier die neusten Forschungsergebnisse zu den archäologisch frischen Wolfsacker- und Tannenkopf-Funden.
 
 
Strategisch-
topografische Lage
Historische 
Kartenwerke
Wolfsacker-
Schanze
Nördlicher
Sperrgraben
Ausspringender
Winkel (Redan)
Südlicher
Sperrgraben
Kommunikation
Laufgraben
Alarm- und
Signalfeuer
Tannenkopf
mit Hangterrassen
 
 
Beachten Sie bitte den aktuellen Pressespiegel über dieses Thema - hier
 

Beispiel: Markgräfler Tagblatt Online vom 13.06.2018 Diskussion um Windpark frischt auf

 
Sie kennen die Schanzenwelt des Zeller Berglands und speziell des Zeller Blauens noch nicht -
dann bietet sich hier ein erstmalige Chance...
 
Bitte einfach Button anklicken!
 
 
 
Hier finden Sie Informationen zu weiteren regionalen Schanzanlagen
 
Bitte einfach Button anklicken!
 
 
 
 
Und hier die Fortführung der Sonderseite im Rahmen der WEA-Windpark-Diskussion Zeller Blauen - Neuenweg
 
 

Die Bodendenkmale von Neuenweg, Bürchau und Elbenschwand sind ein vom Denkmalschutz umfasstes kulturelles Erbe des Landes, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.

 
 
Die Holder-Schanze, eine Linearschanze bei Neuenweg  (1) 
 
Mit Hinweis auf die Schanzanlage der Vorderen Linie östlich von Bürchau
 
 
Was aktuell gerade läuft...
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018   
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018   
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018   
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2018   
 
Die Grafik-Serie zeigt - im Vergleich zu den Raummaßen der Windanlagen auf dem Gersbacher Rohrenkopf (oben) - dass die Auswirkungen der Großbaustelle auf die dann übriggebliebenen Restrelikte des jetzt homogenen Waldes sehr nachhaltig und auch zu einer weiteren - wohl völligen Zerstörung der Holder-Schanze beitragen würden. Selbst wenn die Verschiebefläche weiter östlich läge (wie hier im Gegensatz zur offiziellen Verschiebefläche angenommen wurde) , sind negative Auswirkungen über Wind- und Schneebruch an den Zuwegungen und vor allem am dem nördlichen Baustellenbereich fast schon zwangsläufig zu befürchten. Gleichzeitig macht die Montage sichtbar, dass es einen bedeutsamen Unterschied zwischen den Verschiebungsfläche und dem tatsächliche Flächenbedarf für die Einrichtung und Betriebsführung gibt. Nachdenkenswert auch der Hinweis einer schweizerischen Wandergruppe, die mich bei den Erkundungsarbeiten sah und ansprach. "Wenn ein 200 Meter hohes Windrad am oder im Meer steht, dann ist es immer rund 200 Meter hoch. Stellt man es aber auf einen Bergrücken wie diesen hier, dann ist es gleich 1.000 Meter und noch höher - und macht einen ganz anderen Eindruck!" Sie können es zum Abschied kopfschüttelnd "wirklich nicht verstehen", dass hier mit diesem einmaligen Landschafs potential so "nachlässig" und "industriell" umgegangen wird...
 
Neuerkundung der Gesamtanlage Holder-Schanze
 
Wesentlich größer und einzigartiger als bislang bekannt!
 
 
Die Holderschanze, die beidseitig exakt auf der Gemarkungsgrenze von Neuenweg und Böllen liegt, hat auf Grund des auch dort geplanten Windparks eine Kontroverse als Boden- und Kulturdenkmal ausgelöst.
 

So stehen sich zwei völlig entgegengesetzte Positionen gegenüber: die eine, vertreten durch das Landesamt für Denkmalpflege in Freiburg , beharrt auch in öffentlichen Anhörungen darauf, dass der Bau des hier geplanten Windrades das Schanzengelände nicht tangiere. Eine Position, die bislang auch von EWS eingenommen bzw. nicht korrigiert wurde. Auf der anderen Seite belege ich in Wort und Bild, vor allem aber auch mit entsprechendem Kartenmaterial, dass die in der offiziellen Planungskulisse der EWS dort eingetragenen Verschiebungsfläche das Areal der Holderschanze nicht nur tangiert, sondern große Teile der Gesamtfläche unmittelbar betroffen und zerstört wären.

 
Da bislang bei Vermessungsarbeiten vor allem die westlichen Kernbereiche dieser großen und in Nord-Süd-Richtung langestreckten Linienschanze erfasst und dabei die südlichen und östlichen Randbereiche nicht mit einbezogen wurden, habe ich nun die Gesamtanlage nochmals und erstmals ganzheitlich begangen und teilweise messtechnisch neu erfasst.
 

Mit den jetzt gewonnenen Messdaten kann nicht nur belegt werden, dass sich die Holder-Schanze inklusive ihrem beeindruckenden Sperrgraben mit insgesamt 380 Metern als die größte regionale Schanzanlage präsentiert, sondern auch an der breitesten Stelle mit über 138 Metern „Taillenumfang“ statistisch glänzt. Und sie mit einer Gesamtfläche von rund 24.000 Quadratmetern und einem Gesamtumfang von 1.200 Metern somit zu den archäologischen Schwergewichten der sog. Vorderen Linie gehört – jenem Defensivsystem, das hier um 1700 zum Schutz des habsburgisch-vorderösterreichischen Reichsgebiets mit den Städten Zell und Schönau errichtet wurde.

 

Gleichzeitig kamen nun auch noch neue Areale hinzu, welche unmittelbar und zweifelsfrei zur Schanzanlage gehören, mehrheitlich (LfD-Lidar-Geländescan zeigt die Südspitze des großen Sperrgrabens) bislang aber kaum erwähnt, weder fachwissenschaftlich detailliert beschrieben noch offiziell kartiert wurden oder im Lidar nicht erfasst wurden - hier links rot markiert:

 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
 
 
Ganz neues und hochinteressantes Untersuchungsgebiet: das pfeilförmige Flur- und Grenzareal östlich des großen Sperrgrabens (rechts).
 
 
So konnten im Rahmen der Grenzstein-Aktion am äußersten südlichen Ausläufer des großen Sperrgrabens - die Mitteilung erfolgte freundlicherweise durch Daniel Senn (Bürchau) - weitere Wallgraben-Bereiche (Lidar-Befund lag schon vor) bestätigt werden, die den südlichen Abschluss des Sperrgrabens markieren. Durch diesen leicht nach Westen laufenden Schenkel /(siehe unten) wurde der Hauptgraben vervollständigt und somit das "Ausbrechen" bzw. das Umgehen der Holder-Schanze unterbunden. Weiterhin kam eine bislang völlig unbekannte Kommunikationslinie dazu, die sich ganz auf der östlichen Korpusgrenze auf der Gemarkung Böllen von der Laufgraben-Einmündung jener bekannten Kommunikationslinie, die im Gelände gut erkennbar von der Hau-West-Redoute hochläuft, dort dann versetzt in Richtung Süden weiterläuft. Sie stellt wohl die Verbindung zur Bürchauer und zur neu entdeckten Wolfsacker-Schanze sicher. Des weiteren muss jenes markant-auffällige Waldstück dazugezählt werden, das sehr exponiert aus dem westlichen Schanzenkorpus herausreicht. Auf dieser Fläche befinden sich ebenfalls mehrere Wallkorpusse und Gräben. Den Abschluss bilden die deutlichen Mauerreste, die sich am Ende der Hauptschanze noch direkt am westlichen Waldrand - parallel zu großen Sperrgraben - in Richtung Süden befinden.
 
Gleichzeitig kann aber nun auch messkartentechnisch exakt nachgewiesen werden, dass die in die Diskussion geratene Verschiebungsfläche – die sich komplett auf der Gemarkung Böllen befindet – das dort befindliche Schanzenareal elementar treffen würde
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
 

Kartenlegende:

Rot = Gemarkungsgrenze Neuenweg – Böllen

Dunkelblau = Schanzenareal Holderschanze Neuenweg

Hellblau = Schanzenareal Holderschanze Böllen

Orange = das unmittelbar durch die Verschiebefläche betroffene Schanzenareal

Gelb = das mittelbar durch die dafür notwendigen Rodungsarbeiten etc. betroffene Schanzenareal

Grün = das Restareal würde durch Wind verursachte Baumentwurzelungen innerhalb kurzer Zeit "restlos" verwüstet.

 
 
 
 
Und warum diese ganze Kontroverse? Ganz offensichtlich muss es möglicherweise einen Fehler bei der Übertragung der GPS-Daten gegeben haben. Dabei - so meine Vermutung - wurden vom Landesamt für Denkmalpflege - entsprechend der oben aufgezeigten Karten - nur die westlichen Graben- und Wallbereiche auf der Neuenweger Seite aufgezeichnet und so ging die ganze andere Schanzenhälfte auf der Böllener Seite dabei „irgendwie verloren“.
 

Nur so lässt sich auch die wiederholte Beteuerung der Verantwortlichen erklären, dass das Schanzenareal unberührt bliebe, was aber nachweislich nicht der Fall ist. Meine Daten und Fakten könnte auch ein vereidigter Sachverständiger jederzeit nachprüfen und käme zu demselben Ergebnis.

 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2018 DigitalGlobe, Kartendaten © 2018 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  20187, Grafik © Werner Störk 2018      
 
Wurde der große Sperrgaben in Richtung Norden verlängert und fand dort Anschluss an die vorgeschobene erste Verteidigungslinie?
 
 
Was bislang geschah...
 
Die ENERKRAFT GmbH und die EWS planen auf dem Gelände der historischen Linienschanze, besser bekannt unter dem Namen Holder-Schanze - die als besonders wertvolle archäologische Gesamtheit zum Schanzen-Ensemble der Hau-Pass-Sicherung zählt - den Bau einer WEA (WEA 1). Um dies - analog der damals geplanten Funkmasten-Errichtung auf dem Gersbacher Mettlenkopf (ebenfalls Schanzenstandort) - zu verhindern, habe ich zunächst einen Offenen Brief (siehe unten) sowie einen Leserbrief veröffentlicht und jene dem - regionalen wie lokalen -  Denkmalschutz verpflichtete Mitbürger, aber auch ehemalige Kooperationspartner informiert.
 
 
 
Grundlage DG 1 : 5.0000 - Grafische Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018 
 
Meine Messwerte bauen auch auf der der Basis der amtlichen DG-Karte 1 : 5.000 auf - wobei die damals eingezeichneten Bereiche (oben) der Holder-Schanze lediglich die tieferen Gräben und höheren Wallstrukturen wiedergeben. Es fehlt dabei jedoch der gesamte östliche Schanzenkorpus - den ich in meinen Bewertungen - auch auf der Basis einer umfangreichen Feldarbeit Vorort - berücksichtige. Diese Eintragungen plus den Abgleich mit dem Lidar-Scan (zusätzlich der südliche Schenkel am großen Sperrgraben) waren dann wohl auch die einzige Grundlage für das Freiburger Landesamt für Denkmalpflege sowie für die EWS und Entscheidung für die Festlegung der Verschiebungsfläche WEA 1. Deutlich wird dabei, dass die geplante ENERKRAFT und EWS-WEA 1 real wirklich dann große Teile der Holder-Schanze für immer zerstören würde, wobei - bedingt durch die zum Bau notwendigen Rodungsarbeiten und Zuwegungsmaßnahmen (siehe EWS-Kartenausschnitt unten) sowie durch Sturmschäden am Restwald wohl die ganze Schanze vernichtet würde. Neben der Holder-Schanze könnte peripher auch die Bürchauer Schanze gefährdet sein - ebenso wie der historische Grenzweg mit seinen markanten Grenzsteinen sowie vor allem eine vom LfD neu entdeckte Teil-Anlage bei Elbenschwand, deren tatsächlicher Ensemble-Umfang aber erst durch meine weiteren Forschungsarbeiten - gemeinsam mit Revierleiter Motzke - im Juni 2018 messtechnisch und auch fortifikatorisch erfasst wurde.
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017  
 
Das Süd-Areal der Holder-Schanze 
 
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2017 
 
Der Pfeil weist zur besseren Wiederkennung auf jenes Waldstück (grün), das auch in der DG Karte 1 : 5.000 (unten) sowie in der Planungskulisse der EWS (oben) klar zuweisbar und somit zweifelsfrei wieder zu erkennen ist. 
 
 
 
 
 Detail aus der offiziellen Planungskulisse © der  ENERKRAFT GmbH und der EWS 2018 mit grafischer Nachgestaltung © Archiv Werner Störk 2018  
plus DG Grundlagenkarte mit grafischer Nachgestaltung
© Archiv Werner Störk 2018  
 
 
Die blau schraffierte Fläche ist die Verschiebungsfläche für die WEA 1 sowie die dazugehörige Zuwegung (rot). Grün markiert zum Wiedererkennen, Auffinden und zum Vergleichen das betreffende Waldstück sowie weiß markiert die Gemarkungsrenze. Dazu das Landesamt  für Denkmalpflege Freiburg in einer ersten Stellungnahme an das Landratsamt Lörrach wie folgt: „Die geplanten WEA scheinen nicht direkt auf diesen Schanzen errichtet zu werden“ (ZE) Diese Aussage wiederholt der Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege im Rahmen des Scoping-Termins im Landratsamt Lörrach am 14.05.2018. Beide Aussagen sind sächlich unzutreffend.
 
 
Mein Leserbrief an die Redaktion der Badische Zeitung Schopfheim
(wurde  am 05.05.2018 - jedoch ohne Grafik - veröffentlicht, blauer Text gestrichen)
 
 

Bericht über die Holder-Schanze vom 03.05.2018



In dem BZ-Artikel „Windrad bedroht Kulturdenkmal " vom 03.05.2018, Seite 24, wird das Landesamt  für Denkmalpflege Freiburg in einer Stellungnahme an das Landratsamt Lörrach wie folgt zitiert: „Die geplanten WEA scheinen nicht direkt auf diesen Schanzen errichtet zu werden“ (ZE). Diese Feststellung ist irreführend und nachweislich falsch. Sie belegt entweder eine Unwissenheit über den geographisch-archäologischen Standort bzw. ignoriert wissentlich vorhandene Datenbanken und Kartenwerke.

Die im Planungsentwurf der ENERKRAFT GMBH vom 13.04.2018 vorgesehene Verschiebungs- und Zuwegungsfläche berührt nicht nur Areal der Holder-Schanze, sondern deckt es flächenmäßig mehrheitlich massiv ab. Ich habe als Grundlage für die zeichnerische Darstellung die amtliche DG-Karte 1 : 5.000 verwendet. Rot markiert die Holder-Schanze, orange die immer noch sehr gut erhaltene Kommunikationslinie (Laufgraben) zur Redoute (Viereckschanze) auf dem Hau-Pass sowie blau gestrichelt die geplante Verschiebungs- und Zuwegungsfläche.

Gerade angesichts der Stellungnahme des Landesdenkmalamtes gilt auch in unserer Region gezielt das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass es keine wie auch immer geartet „abwägende“ kommunale oder landespolitische, weder eine technische noch wirtschaftliche Rechtfertigung dafür gibt, wertvolles Kulturgut gezielt für immer zu zerstören – als bewusster Akt der Vernichtung zugunsten eines scheinbar offenbar alles legitimierenden „Fortschritts“- leider noch mit dem sehr zweifelhaften Segen der Behörden.

Als wichtige Brückenpfeiler der Erinnerung sind auch die Schanzen bedeutsame Zeugen jener extrem unfriedlichen Zeiten und werden so für alle nachfolgenden Generationen auch zu stillen und dennoch eindrucksvollen Friedensmahnern. Schon allein deshalb sollten wir sie respektieren, schätzen und schützen. Dafür muss man nicht ein "glühender Heimatforscher" sein - nur einfach ein Mensch, der Natur und Kultur schätzt und respektiert.

Die Schanzen bleiben einzigartige, wertvolle, schätzens- und schützenswerte Zeugnisse unserer Vergangenheit: Sie gehören zu uns wie die Wurzeln zu einem Baum, sie sind fester Bestandteil unserer Geschichte und damit auch Teil unserer Identität. Und besitzen – weit über die Region des Kleinen wie des Großen Wiesentals hinaus – ein wirklich beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal.


Werner Störk

minifossi@mail.pcom.de
http://minifossi.pcom.de

	  
 
Und hier abschließend noch mein Offener Brief  (pdf-Datei) -
weitere Infos zur Bürchauer Schanze unten.
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2017  
 
Gesamtübersicht über die multiepochalen, multinationalen und multifunktionalen Schanzanlagen der Neuenweger Hau- und Eck-Pass-Sicherung

 

 
Am 03.05.2018 schrieb ich folgende Mail - u.a. an die Oberste Denkmalschutzbehörde Baden-Württemberg, an das Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, an das Landesdenkmalamt Freiburg RP Südbaden, die Untere Denkmalschutzbehörde Landratsamt Lörrach, die EWS Schönau sowie ENERKRAFT GmbH.  
 
Planung eines Windparks durch die EWS/ENERKRAFT GmbH gefährdet ein archäologisch wertvolles Schanzen-Ensemble im Südschwarzwald.

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

ich nehme die heutige Berichterstattung der Badischen Zeitung

 

http://www.badische-zeitung.de/kleines-wiesental/windrad-bedroht-kulturdenkmal--152201736.html

 

zum Anlass, der hier veröffentlichte Einschätzung des LfD ausdrücklich zu widersprechen. In dem Artikel heißt es wörtlich - ich zitiere: "Die geplanten WEA scheinen nicht direkt auf diesen Schanzen errichtet zu werden".

 

Ich kann nicht einschätzen, warum es den für diese Aussage Verantwortlichen an der notwendigen konkreten topografischen Kenntnis fehlt oder man auf der Basis fehlender Daten zu einer solchen falschen Aussage kommen kann: die geplante WEA 1 liegt  d i r e k t  auf dem Schanzengelände der Holder-Schanze - ebenso die geplante Zuwegung.

 

Ein wie auch immer gearteter - vom Landesamt für Denkmalpflege genehmigter Eingriff - würde nicht nur diese Anlage in ihrer Gesamtheit, sondern auch das Gesamtensemble der zusammenhängenden Schanzanlagen nicht nur beeinträchtigen, sondern zerstören. Was könnte eine solche Vernichtung von wertvollem Kulturgut - das weit über 300 Jahre auch von der hier lebenden Bevölkerung geschützt wurde -  rechtfertigen?

 

Ich bitte um Kenntnisnahme des tatsächlichen Sachverhaltes. Sollte die falsche Einschätzung weiterhin bestehen bleiben und in der Öffentlichkeit vertreten werden, erwäge ich juristische Schritte, diese Fehleinschätzung wirksam zu korrigieren.

 

Zur Vervollständigung bzw. zur Orientierung des Sachverhaltes füge ich noch meinen Offenen Brief sowie zur umfassenden Information den Direktlink (s.u.) als Anlage bei.

 

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

 
gez. Werner Störk

 

http://minifossi.pcom.de/Holder-Schanze-Linearschanze-Linienschanze-Redoute-Sternschanze-Hau-Neuenweg-1.html

 
Ende der Mail.
 
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Die historische Pass-Sicherung am Hau in Blickrichtung Osten über das Große Wiesental
 
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Die historische Pass-Sicherung in Blickrichtung Süden über das Kleine Wiesental.
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Der Hau-Pass in Blickrichtung Norden auf den Belchen
 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Der Hau-Pass von Böllen bei Neuenweg mit der Redoute (Viereckschanze, roter Pfeil) und der Sternschanze (Polygonalschanze, blauer Pfeil).
 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Der Hau-Pass von Böllen bei Neuenweg mit der Redoute (Viereckschanze, roter Pfeil) und der Sternschanze (Polygonalschanze, blauer Pfeil).
 

Die am Rand des Schwarzwaldes errichteten Schanzanlagen gehören als lineare Strukturen zu den flächenmäßig größten archäologischen Kulturdenkmalen in Baden-Württemberg. Den Ursprung haben diese Befestigungswerke in spätmittelalterlichen Verschanzungen wie dem Landtag auf dem Hotzenwald. Ein planmäßiger Ausbau zu einem überregionalen System erfolgte in mehreren Phasen seit dem Dreißigjährigen Krieg bis um 1735. Die letzten Schwarzwaldlinien wurden in den sog. Koalitionskriegen (1796 – 1815) angelegt.

Mehrere neuen Fundstellen der AG MINIFOSSI haben gezeigt, dass auch das Kleine Wiesental solche historischen Zeitzeugen besitzt. Das Ziel einer umfassenden kulturhistorischen Untersuchung von 2002 – 2014 war die komplette Rekonstruktion des südlichen Teilabschnitts der sog. Vorderen Linie, einer defensiven Verteidigungslinie des Markgrafen Ludwig Wilhelm  von Baden, die er als Befehlshaber der habsburgisch-kaiserlichen Oberrhein- und Kreistruppen ab 1693 errichten ließ.

 

Der südliche Teilabschnitt der Vorderen Linie führt mit einer stark gesicherten Schanzlinie von Todtmoos-Au und Gersbach bis nach Zell. Dann über Adelsberg auf den Zeller Blauen, von dort über den Hirschkopf, vorbei an Bürchau und auf den Hau, der massiven Pass-Sicherung bei Neuenweg (Fotos) mit seinen zwei sehr gut erhaltenen Schanzanlagen: einer Redoute (Viereckschanze) auf der südlichen und einer markanten /(vermutlich französischen) Sternschanze auf der nördlichen Hangseite.
 

Mehr aktuelle Infos: Werner Störk (2014): Die Sternschanze auf dem „Hau“ bei Neuenweg – eine absolute Rarität, in: Das Markgräflerland – Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, herausgegeben vom Geschichtsverein Markgräflerland e. V., Band/Jahrgang 2014, Seite 76–84, Verlagsort Schopfheim, Uehlin Print und Medien Schopfheim, ISBN-Nr.978-3-932738-52-4

 
Auszug:
 

"...Denn diese invertierten Aufnahmen (Abb. 4 – 7) machten deutlich, dass die Sternschanze keineswegs – wie bislang angenommen – ein ursprünglicher Bestandteil der Markgräflichen Vorderen Linie war. Sie war eindeutig – entsprechend ihrer Form – taktisch als solitäre 360–Grad–Rundum–Verteidigungsanlage konzipiert. Was sich auch am einzigen, im Gelände sogar gut erkennbaren ursprünglichen Zugang zeigt, der sich überhaupt nicht am Verlauf der Linie orientiert. Die scheinbare Anbindung an die rechts an ihr vorbeilaufenden Kommunikationslinie war somit keinesfalls ursprünglicher Teil und damit auch kein geplantes Element der Linie. Es war einzig und allein die räumliche Konsequenz aus der Tatsache, dass die einstigen Bauherren ihre Sternschanze nicht nur so provokant nahe an der Territorialgrenze Vorderösterreichs anlehnten, sondern sie – was für ein Affront – direkt touchieren ließen. Dass man beim späteren Bau der Linie den einstigen Zugang nicht auch als Laufgraben integrierte und damit die Sternschanze wirklich strategisch effektiv in die Linie eingebunden hätte, zeigt, dass diese Schanze ganz bewusst von der neuen Linienführung ausgeschlossen wurde. Lediglich auf Grund ihrer unmittelbaren räumlichen Nähe musste sie angebunden werden, um den eigenen Verteidigungswert der Linie nicht zu gefährden.

Da die tatsächliche territoriale Grenze zwischen der Markgrafschaft und dem Reichsgebiet nun so nah an der Sternschanze vorbeiführte, musste im Rahmen der Vorderen Linie die dortige Kommmunikationslinie sogar z. T. direkt auf die Grenzlinie gelegt werden, was dazu führte, dass man auch das unmittelbare Schanzenareal der Sternschanze anschnitt (Abb. 4 – 7). Dabei wurde die östlichste Stern-spitze durch den Laufgraben der Linie so geöffnet, dass ein Angreifer ungehinderten Zugang zum Innern der Anlage erhielt. Damit hätte man, wäre diese Sternschanze wirklich fester Bestandteil der Linie gewesen, deren Verteidigungswert sinngemäß selbst geschleift.

Im Gegensatz dazu fällt eben jetzt auch auf, dass beim Bau der gegenüberliegenden Redoute erkennbar schon mit der Planung ein ausreichender, auch militärisch optimal zur Verteidigung nutzbarer Abstand entlang der Grenzlinie eingehalten wurde. Damit lag – strategisch gesehen – das Hauptgewicht einer möglichen Verteidigung des Hau-Passes nicht – wie bislang angenommen – auf der nördlichen Seite der Sternschanze, sondern primär auf der südlichen Seite der eben nicht älteren, sondern ganz im Gegenteil, eben jüngeren Redoute...".

 
 
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Die historische Pass-Sicherung am Hau von Norden her mit SW–Blick ins Wembacher Tal (Richtung Schönau). Im Vordergrund links die Sternschanze mit der an ihr direkt verlaufenden Kommunikationslinie (auf ihr verläuft der heutige Wanderweg) und die Redoute (Viereckschanze) auf der gegenüberliegenden rechten Seite. Von dieser aus verlassen an der Nord- und Südseite gut erkennbare Kommunikationslinien (Laufgräben), die dann südwärts auf die Holder-Linearschanze und die lineare Schanzanlage bei Bürchau (Infos & Fotos unten) treffen, während die anderen entgegengesetzt nach Norden über die Passhöhe, östlich vorbei an der Sternschanze, hoch zum Wald ziehen.
 
Die Linienschanze der Vorderen Linie in Bürchau
 
 
Quelle : http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_findmittel_02/labw-4-1701179/%22Topographischer+Plan+von+dem+Elbenschwand+und+B%C3%BCrchauer+Bann%22?p_auth=k6qn43NU
 
"Topographischer Plan von dem Elbenschwand und Bürchauer Bann", Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe (1789/1790)
 
 
 
Quelle : http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_findmittel_02/labw-4-1701179/%22Topographischer+Plan+von+dem+Elbenschwand+und+B%C3%BCrchauer+Bann%22?p_auth=k6qn43NU
 
Detail "Topographischer Plan von dem Elbenschwand und Bürchauer Bann", Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe (1789/1790) mit Schanze
 
 
 
DG Bürchau Ost mit der Bürchauer Linienschanze
 
 
 
DG Bürchau Ost mit der Bürchauer Linienschanze
 
 
 
 Detail aus der offiziellen Planungskulisse © der  ENERKRAFT GmbH und der EWS 2018
 
Die Bürchauer Schanze ist entsprechend der aktuellen Planungskulisse nicht unmittelbar gefährdet - diese Situation kann sich doch dann sehr schnell ändern, wenn - wir kennen die konkreten Vorfälle bei der Errichtung der WEA auf dem Glaserkopf (Hasel-Gersbach), wo auf Grund der Witterung unerwartet ein anderer Fahrweg (Pfeil) notwendig wurde. Das hätte für die Schanze und das gesamte Schanzenareal mit den vorgelagerten Biwakspuren fatale Folgen.
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
In exponierter Kammlage errichtet, optimal an die geologischen Gegebenheiten angepasst, erweckt die Anlage auf den ersten Blick den Eindruck einer nicht fertiggestellten Redoute. Zumal ein massiver Schanzkorpus das Zentrum prägt.. Sie zieht sich als Linearschanze am Höhenkamm entlang und wurde durch einen neuen Forstweg im südlichen Teil angeschnitten. Sie endet im Norden ohne einen schützenden Graben oder Wall (möglicherweise wurde hier das Areal mit einer Kombination aus aufgeschichteten Lesesteinen und Holzstämmen/Balken geschützt). Sperrgräben sicherte die Anlagen nach Süden und Westen. Mit dem Tal ist sie durch eine Kommunikationslinie verbunden.
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
Die Bürchauer Schanzanlage war - wie auch die von Neuenweg - zum Schutz von Schönau angelegt, um so die Übergange der historischen Passwege zu sichern. Da man den französischen  Angriff über Kandern und Tegernau erwartete, lag es nahe, das Kleine Wiesental als erste mögliche Verteidigungslinie speziell zu stärken. So diente die auch heute noch beeindruckende Anlage bei Bürchau zur Sicherung des östlich davon gelegenen Dachsgrabens und des Sägebachtals, über die ein Angreifer seinen Vorstoß auf Schönau von Südwesten aus plante. Die Pass-Sicherung von Neuenweg sollte einen auf Schönau von Norden oder Westen kommenden Angriff unterbinden.
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Linearschanze von Bürchau
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Linearschanze von Bürchau
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Linearschanze von Bürchau
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linearschanze von Bürchau
 
Auffällige Steinhaufen, im ersten Moment oft als gewöhnliche „Lesesteinhaufen“ der landwirtschaftlichen Nutzung zugeordnet, entpuppen sich bei genauer Untersuchung als verstürzte kleine, ringförmige  Steinwälle oder gezielt errichtete Stein-Plateaus. Die Anordnung - sie laufen parallel wie Perlen auf einer Schnur - und die bewusste geometrische Versetzung der einzelnen Objekte im Hang zeigt eine sehr  bewusste Auswahl der Standorte, die alle in mittelbarer Umgebung der Schanzanlage bzw. in einer westlich vorgeschobenen offensichtlich zweiten Verteidigungslinie liegen.
 
Durch den speziellen archäologischen Befund in Muggenbrunn können wir aber erst im nächstfolgenden Jahr diese Steinhaufen erstmals sehr genau zuordnen - siehe  

http://minifossi.pcom.de/Muggenbrunn-Fortifikation-Kommunikation-2-7.html
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Linear-Schanze von Bürchau
 
 
 

Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google.& Grafik © Werner Störk 2016

 
Diese Fotomontage zeigt, dass die Holder-Schanze (karminrot) nicht nur eine Sicherung der drei Pass-Straßen (Hau, Sirnitz, Münstertal), sondern eine Pass-Sicherung für insgesamt fünf Passwege war: Vergessen wird dabei immer, dass der Übergang vom Kleinen Wiesental von Bürchau her kommend und dort am Silberberg abzweigend, ebenfalls ein wichtiger Übergang ins Große Wiesental war und das Silbereck daher von der Holder-Schanze ebenfalls gesichert wurde. Ebenso deutlich wird die sehr wichtige Überwachungsfunktion der drei Vorposten (rote Dreiecke), deren visuelle Kontrolle so optimal alle möglichen (weiße Pfeile) französischen Angriffsrouten (rot, gelb, orange) umfasste. Gleichzeitig sicherten diese Vorposten die schnelle visuelle Sicht- Kommunikation (blau) zwischen der Holder-Schanze (über den Chartaque/Wach- und Signalturm) zur Hau-Redoute (gelbes Quadrat) - ein sehr effektives Defensivsystem. Die Standortwahl der Holder-Schanze zeigt, dass man mit der Platzierung auf der Kammlinie unter gleichzeitiger räumlicher Zurücknahme vom Hau-Pass Richtung Süden wesentlich effektiver alle vier Angriffsrouten kontrollieren und bei konkreten Angriffen nach allen Seiten optimal verteidigen konnte. Ein Umgehen der Holder-Schanze im Süden über das Silbereck wäre durch eine Verlagerung der auf der Schanze bereitstehenden Verteidiger relativ schnell und einfach zu vereiteln gewesen. Deutlich erkennbar das Bemühen der französischen Angreifer, den gut gesicherten und völlig freiliegenden Hau-Pass möglichst zu meiden und ihn daher im Süden zu umgehen. Auch südlich von Bürchau bot sich eine Übergangsroute an (blau), die man im Rahmen des Linienbaus durch eine Linearschanze (gelbe Raute) sicherte.
 
 
 
Quelle: © Google Maps, Bilder © 2016 DigitalGlobe, Kartendaten © 2016 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google ©  2017, Grafik © Werner Störk 2017 
 
Die Bürchauer Schanzanlage ist gegenüber der Holder-Schanze deutlich kleiner - erfüllt aber einen elementar wichtigen strategischen Schutz für die Hau-Pass-Sicherung: Französische Angreifer - entweder über Kandern und Wieslet von Hüningen kommend - oder über die Sirnitz und durch die Klemmbach-Klamm vorrückend (gelb) - möglichweise sogar sich dann vereinigen - hätten dann die Passhöhe von Bürchau (Dachseck) nicht nur via Wembach wiederum Schönau angreifen können, viel problematischer wäre gewesen, wenn sie dann unerwartet von beiden Seiten die Hau-Sicherung (rot) hätten angreifen können
 
 

Die geographische Nähe zum „Letzbrunnen“ am „Horn“ sowie zum „Letzberg“ und zur „Letzberghalde“ bei Schönau legen jedoch auch die Vermutung nahe, dass es bereits vor der Einrichtung der Markgräflichen Linie hier in Bürchau markante Verteidigungspunkte gegeben hat, die weit aus älter sind. Denn die „Letze“ (massives Weghindernis mittels Baumstämmen an engen Taleinschnitten) von Schönenbuchen verweist - samt der heute noch dort stehenden Kapelle - auf die  blutige Schlacht zwischen Schwarzwälder Bauern und französischen Armagnaken (Armanjacken, Armegecken) im Jahre 1444.

 
Neuenweg selbst liegt ja an insgesamt an drei Pass-Straßen: Die Verbindung nach Westen ins Rheintal teilt sich im Ort in eine Verbindung über die Sirnitz nach Badenweiler, die andere Straße führt über Münsterhalden und Münstertal nach Staufen. Nach Osten geht die Verbindung über den Hau ins Große Wiesental nach Schönau und weiter über Todtnau zum Feldberg – nicht nur geographisch sehr attraktiv, sondern auch aus militärisch strategisch-taktischer Sicht ein überaus interessanter Geländepunkt.
 
Der Hau – wie die Passhöhe in Erinnerung an die Funktion als Verhau-Hindernis auch genannt wird (im Angriffsfall wurde der Weg über die Passhöhe mit gefällten Bäumen gesperrt) – gehört daher mit seinen zwei Schanzen samt Vorposten sowie deren komplett erhaltenen Kommunikationslinien (Verbindungs- und Laufgräben) zwischen den Verteidigungsanlagen (Fotos) zu den bereits intensiv erforschten Objekten von Neuenweg.
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Legende: Redoute/Viereckschanze roter Pfeil, Sternschanze (Polygonalschanze) blauer Pfeil, Kommunikationslinie zwischen Sternschanze und
Passhöhe gelbe Linie, orange: Kommunikationslinie (Vordere Linie, Schwarzwaldlinie), rot: Kommunikationslinie von der Redoute zum Dorf
 und grün: Kommunikationslinie zum östlichen Vorposten (grüner Pfeil).
 
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Der heutige Pass mit Blick auf Neuenweg. Im Vordergrund das Teilstück der Vorderen Linie mit Laufgräben (Kommunikationslinie) und der integrierten Redoute (Viereckschanze). Erstmals nachgewiesen konnte jetzt eine weitere Kommunikationslinie, die an der Südflanke der Redoute in Richtung Neuenweg hangabwärts geführt wurde (siehe Fotos unten). Das gesamte Gelände westlich vor der Redoute ist künstlich steiler modelliert, um einen Angriff von Neuenweg kommend zu erschweren. Gut erkennbar aus dieser Position von SE her ist der ursprüngliche Zugang zur Sternschanze von der Passhöhe Hau hinauf zur Schanze, an der die nachträglich errichtete Linie rechts vorbei bis hoch in den Wald führt. Der geteerte Zufahrtsweg im Vordergrund (mit Strommast und geparkten Fahrzeugen) bildete damals die Grenze zwischen dem katholisch–habsburgischen Vorderösterreich (rechte Seite) und der evangelisch–baden–durlachischen Markgrafschaft (linke Seite). Diese Grenzlinie setzte sich entlang dem heutigen Wanderpfad rechtsseitig (östlich) der Sternschanze in Richtung Wald fort.
 
 
 
Luftbild © Erich Meyer
 
 
              

Fotos & Modell © Archiv Werner Störk 2016

 
Ein maßstabgetreues Modell der Sternschanze (Polygonalschanze) vom Hau-Pass bei Neuenweg. Mit roten Punkten sind die ausspringenden Winkel und mit gelben Punkten die einspringenden Winkel gekennzeichnet. Die ausspringenden Winkel ermöglichten einen effektiven Flankenschutz der einspringenden Winkel und umgekehrt, so dass man eine effektive Rundumverteidigung der Schanze erreichte. Im Gegensatz zur quadratischen Redoute gab es bei einer Sternschanze keine toten Winkel mehr, die ein Gegner – ohne vom Abwehrfeuer der Verteidiger getroffen zu werden – zum erfolgreichen Angriff auf eine Viereckschanze nutzen konnte. Daher wurde die Redoute-Form primär als Linien–Schanze eingesetzt, da sich an der Linie die Verteidigung mehrheitlich nur auf eine Abwehrrichtung beschränkte, aus der man den feindlichen Angriff erwartet. Im Fall von Neuenweg aus Westen.
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
 
 
Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016
 
Diese Fotos dokumentieren sehr gut, dass die Sternschanze (Polygonalschanze) als Solitär mit einer eigenen Anbindung (orange) an den Hau-Passweg errichtet wurde. Interessant ist, dass die Markierung durch den Restschnee offensichtlich auch eine nachträgliche Öffnung des Hauptgrabens an der südwestlichen Stelle zeig (rot). Damit hätte die Anlage im Bedrohungs- oder Angriffsfall ihre Fähigkeit einer autarken Rundumverteidigung und damit natürlich auch jeden strategisch-taktischen Wert verloren. Vermutlich wurde der Zugang erst später aus Bewirtschaftungsgründen (z. B. um Kühen die Beweidung des Grabens und des Wallkörpers zu ermöglichen) geöffnet, damit die Tiere einen ungehinderten und gefahrlosen Zu- und Ausgang erhalten. Die blaue Linie markiert die historische kaiserliche Kommunikationslinie und gleichzeitig den Grenzverlauf. Luftbild (Ausschnitt) in Blautönen: invertiertes Foto.
 
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
 
                    
 

Fotos & Grafik © Archiv Werner Störk 2016

 
Blick auf die südlich vom Hau-Pass liegende Redoute mit ihrer bislang bekannten Kommunikationslinie (gelb), die Richtung der Holder-Linearschanze den Wald hoch zieht und im rechten Bildrand gut erkennbar einen Knick macht – ein bewusst eingebautes Element, um die eigene Flanke in Richtung Redoute durch seitliches Abwehrfeuer bestreichen und somit zusätzlich sichern zu können. In Richtung Osten wurde die ursprünglich Kuppe erweitert,– um dort einen Rückzugspunkt (blau) zu errichten, der gleichzeitig die Kommunikation mit Sichtverbindung hinab ins Wembacher Tal gewährleistete. Dazu richtete man von der Redoute aus ein zusätzlicher Laufgraben (rot) eingerichtet. Genauso wie ein weiterer Laufgraben (rot), der direkt an der südlichen Flanke der Schanze aus in Richtung Neuenweg angelegt wurde und somit die Kommunikation auch nach Westen sicherte. Dieser Vorposten war gleichzeitig aber auch der Kontaktpunkt zur Holder-Schanze und somit Mittler zu den südlich angelegten Schanzen. bzw. ins Große Wiesental. Über die zusätzliche Auswertung der invertierten Luftbilder (unten) besser erkennbar geworden ist das relativ große Areal (oben, grün), welches beim Bau der Redoute zusätzlich überformt wurde.
 
 
 

Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Grafik © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 
 
 

Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Grafik © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 

Auswertung der invertierten Luftbilder: rot = Kommunikationslinien, gelb = künstlich versteiltes Terrain, gut erkennbar – gelb gestrichelte Linie – der Übergang und die Auflagezone vom aufgeschütteten zum natürlichen Hangrelief), um einen Angriff aus dem Westen zu erschweren.

 
Die Redoute (Viereckschanze) auf dem Hau ist Teil jener Vorderen Linie, die als westliche Ergänzung der Hinteren Linie die Aufgabe hatte, das zwischen den beiden Abschnitten liegende Reichsgebiet vor französischen Angriffe entweder von Hüningen, Freiburg (während der französischen Inbesitznahme) oder Neu-Breisach aus zu schützen. Denn gleich mehrfach hatten die Franzosen über den Hau-Pass vorrückend u.a. auch das habsburgisch-vorderösterreichische Schönau in Schutt und Asche gelegt.
 
 
            
 

Luftbilder (4) Erich Meyer © Grafik © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 
Der Restschnee markiert ausgezeichnet den "Knick" (gelber Kreis) in der Kommunikationslinie, die südlich der Redoute den Hang hinauf zur Holder-Linienschanze läuft. Mit einer solchen Winkelbindung in der sonst gerade laufenden Linie wurde dadurch der Flankenschutz der Linie (orange) und auch der Schanze (gelb)  erhöht, da die Linie so beidseitig mit Musketen/Flinten bestrichen werden konnte.
 
                       
 
Quelle: http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_findmittel_02/labw-4-1728292/%22Neuenweger+und+Heimbrunner+Baenne%22
http://www.leo-bw.de/media/labw_findmittel_02/current/delivered/bilder/labw-4-1728283-1.jpg
 
Legende: Aufstiegsrinne Steinhofbach (hellblau), Aufstiegsrinne Rehgraben (lila), Kommunikationslinie Redoute zur Holderschanze (gelb), Holder-Linearschanze (rot), Wallgrabensperre (orange). Interessant sind die hier sehr gut erkennbaren ausspringenden Winkel (gelbe Linie), die sonst  - mit einer Ausnahme oben  - im Gelände nicht mehr gut erkennbar sind. Ganz offensichtlich wurde die ausgesprochen lange Kommunikationslinie in drei Abschnitte aufgeteilt, um so eine optimale Bestreichung der Linie nach Süden wie nach Norden sowie nach Westen zu erreichen.
 
Auf diesen fünf Seiten erfahren alle wichtigen und sehr detaillierten Informationen über die Holder-Linearschanze
und die massive Hau-Pass-Sicherung mit über 200 Fotos und Grafiken (einfach anklicken):
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